Leseprobe

Kapitel 1.2.1: Unterschiedliche Arbeitsweise zu SQL

Für eine erste Betrachtung der Unterschiede zwischen SQL und NoSQL entführe ich Sie
zunächst in ein Autohaus. Ich hoffe, auch Sie können sich der Faszination neuer Autos nicht entziehen. Stellen Sie sich also ein Autohaus vor, das mehrere Marken vertritt. Auf dem Schreibtisch eines Verkäufers stapeln sich Prospekte von Fahrzeugen und Tabellen mit technischen Daten. Eine Zubehörliste für jede Marke gehört ebenso dazu wie eine Erklärung der Abkürzungen aller Sonderausstattungen. Nun gibt es wie in jeder Branche alte Hasen, die Ihrem System seit Jahren treu sind, und junge Wilde, die neue Wege gehen. So finden Sie im Autohaus Müller nur erfahrenes, alteingesessenes Verkaufspersonal: Herr S. Q. Lamberts verkauft seit 20 Jahren Fahrzeuge dieser Marken, während im Autopark „Speedy Gonzales“ der junge C. Ouch in der Kundenberatung neue Wege geht. Wie immer sind auch die Kunden nicht immer alle gleich: Was für den einen wichtig ist, ist dem anderen völlig egal. Betrachten wir einmal zwei unterschiedliche Kunden am Tisch von Herrn S. Q. Lamberts:
Kunde Schumacher:

  • „Ich suche ein Auto mit möglichst vielen PS, auf dem ich die breitesten Reifen montieren kann, die Sie anbieten, und es sollte schwarz sein.“

Herr S. Q. Lamberts fängt an, die Prospekte aller Modelle durchzugehen und die höchsten Leistungen aus den Datenblättern der Modelle zu notieren. In einem weiteren Zubehörprospekt sucht er die passenden Reifenbreiten heraus und notiert sie ebenso. Während sich Kunde Schumacher den Kaffe schmecken lässt, sortiert Herr S. Q. Lamberts alle gefundenen Daten und schreibt sie in einer Tabelle nieder. Glücklich mit dieser Aufstellung verlässt Kunde Schumacher den Tisch in Richtung Ausstellungsraum, um die Fahrzeuge genauer zu betrachten.
Kurz darauf nimmt Kundin Grünwald Platz. Auch sie hat ihre ganz besonderen Vorstellungen:

  • „Ich suche ein Auto mit einem geringen Verbrauch, bei dem ich aber hinten drei vollwertige Gurte inklusive Kindersitzbefestigung habe.“

Was für ein Glück hat der Verkäufer doch, denn von dem Suchauftrag des vorigen Kunden liegt der Prospekt- und Datenblattstapel noch auf seinem Tisch. Und wieder fängt er an, alle Fahrzeuginformationen zusammenzusuchen und zu präsentieren. Am Ende des Tages wird Herr S. Q. Lamberts stolz darauf sein, innerhalb von nur einer Stunde zwei Kunden die perfekten Angebote unterbreitet zu haben.

Im Autopark „Speedy Gonzales“ hingegen bereitet sich der Verkäufer C. Ouch auf eine andere Art und Weise auf seine Besucher vor. Jedes Mal bei Eintreffen eines neuen Fahrzeugs schreibt C. Ouch ein Datenblatt inklusive aller möglichen Extras für genau dieses Fahrzeug. Statt eines Katalogs mit den Modellen und der Ausstattungsmöglichkeiten, eines Katalogs mit den Extras und eines Datenblatts für alle Motorvarianten liegt auf seinem Schreibtisch eine Vielzahl von Fahrzugdatenblättern, jedes mit einer eindeutigen Nummer für das zu verkaufende Fahrzeug und allen Informationen, die zum Bestellen notwendig sind:

Aus seiner Erfahrung mit Kunden weiß er, dass es eigentlich nur eine kleine Anzahl unterschiedlicher Autokäufertypen gibt. Da gibt es die PS-Freaks und die umweltbewussten Käufer, es gibt die Sparsamen und die Ästheten. Natürlich weiß er auch, dass die Übergänge manchmal fließend sind. Er teilt die Kunden in folgende Kategorien ein:

  1. Die PS-Freaks: Hier sortiert er alle Fahrzeuge anhand der Leistung. Die Nummern der passenden Fahrzeuge werden in einer Liste notiert.
  2. Die Umweltbewussten: Hier steht ganz klar der Verbrauch an erster Stelle. Alle Fahrzeuge, sortiert nach dem Verbrauch, landen auf der zweiten Liste.